Einmal rund um Ibiza – das unglaubliche Vorhaben von Nathalie Pohl
Die deutsche Extremschwimmerin Nathalie Pohl plant ein Abenteuer, das selbst in ihrer eindrucksvollen Karriere herausragt: Gemeinsam mit dem schottischen Weltrekordschwimmer Andy Donaldson will sie die Baleareninsel Ibiza schwimmend umrunden – eine Strecke von rund 110 Kilometern im offenen Meer. Für die Umrundung rechnen die beiden mit über 30 Stunden Schwimmzeit. Dabei wechseln sie sich alle zwei Stunden ab: Während die eine schwimmt, ruht sich der andere auf dem Begleitboot aus. „Ob es klappt, weiß man erst, wenn man draußen im Wasser ist“, sagt Pohl. Wind, Strömungen und Wellen können jederzeit das Projekt gefährden. Die 30-Jährige aus Marburg gehört zu den erfolgreichsten Freiwasserschwimmerinnen der Welt. Als erste deutsche Frau bewältigte sie die legendären Ocean’s Seven, die sieben härtesten Meerengen des Planeten. Ob Ärmelkanal, Tsugaru-Straße in Japan oder Cookstraße in Neuseeland – Pohl stellte sich allen Herausforderungen und schrieb Schwimmgeschichte. Mit der Umrundung von Ibiza möchte sie nicht nur ein neues Kapitel in ihrer Karriere aufschlagen, sondern auch einen offiziellen Weltrekord aufstellen. Noch nie zuvor wurde die Baleareninsel in dieser Form erschwommen. Doch das Projekt ist mehr als ein sportliches Extremexperiment. Nathalie Pohl nutzt die Aufmerksamkeit auch, um Spenden für Kinderhilfsprojekte in Deutschland zu sammeln. Gleichzeitig will sie Bewusstsein dafür schaffen, wie sehr Sport im Freien von intakter Natur und sauberen Meeren abhängt. Der Start ist für das Zeitfenster Ende September bis Anfang Oktober geplant – je nach Wetterbedingungen. Dass die Mission gelingt, ist trotz akribischer Vorbereitung keineswegs sicher. Doch gerade das Unberechenbare reizt Pohl: „Die größte Motivation liegt für mich darin, immer wieder das Unmögliche möglich zu machen.“



